Wir rocken im Verein – der “WERK9 rockt e.V.”

Der Förderverein WERK9 rockt e.V. bündelt den Gestaltungswillen junger Menschen, unterstützt die inhaltliche Arbeit des WERK9 und trägt dazu bei, diese Jugend-Begegnungsstätte im Zentrum Berlins zu erhalten. Helfen Sie mit!

Unterstützen Sie den Förderverein zur Erhaltung der kreativen Jugendarbeit im Werk9 mit Ihrer Spende: IBAN DE 68 4306 0967 1224 2461 00

Wie wir wurden. Was wir sind! – Die Vereinsgeschichte

Der Herbst 2009Protest im Verein

Frei nach dem Motto: “Wer etwas will, findet einen Weg. Wer etwas nicht will, findet Gründe”, veröffentlichte die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen im September 2010 die Finanzplanung der Stadt für den Zeitraum 2010 bis 2014. Im Rahmen der hier begründeten Sparmaßnahmen sollte auch das WERK9 zum Jahresende 2009 geschlossen werden. Die Bereitschaft der Jugendlichen, diese Entscheidung nicht einfach hinzunehmen, sondern sich aktiv für den Erhalt des Hauses stark zu machen, führte nicht nur zur Entstehung des “Werk9-Parlaments”, in welchem Demonstrationen und musikalische Protestaktionen organisiert und nach alternativen konstruktiven Lösungsansätzen gesucht wurde, sondern überdies zur  Gründung eines Vereins, dem heutigen Förderverein “Werk9 rockt e.V.”

der sich gegenüber dem Bezirksamt bereit erklärte, die jährlichen Betriebskosten der Jugendbegegnungsstätte in Höhe von ca. 20.000 Euro (Stand 2011) zu erbringen. Zu diesem Zeitpunkt erschien dieser – im Grunde verzweifelte – Schritt den Akteuren des “Werk9“ als letzte Möglichkeit, das Haus zu erhalten.

Als es im Rahmen der Verhandlungen zum Erhalt der Jugendfreizeiteinrichtung zur Übertragung des Hauses an das Sozialpädagogische Institut “Walter May“ (SPI) in der ersten Jahreshälfte 2010 kam, wurde ein Zuwendungsbescheid an die Stiftung erteilt, der einen weiteren wesentlichen Einschnitt für den Betrieb des “Werk9” beinhaltete: die dritte Personalstelle wurde im Rahmen der Kürzungen nicht mehr, wie bisher, über eine Zuwendung des Bezirks an den Träger finanziert und entfiel damit.

Hierdurch sah man sich im Werk9 in Zusammenarbeit mit dem Verein der Aufgabe gegenüberstellt, nicht nur die jährlichen Betriebskosten zu erwirtschaften, sondern auch eine fehlende Personalstelle zu kompensieren, und trotzdem die Angebotsvielfalt des Hauses aufrecht zu erhalten. Dass dieser Kraftakt gelang, war in erster Linie dem Engagement der Jugendlichen in ihrem Verein zu verdanken, die sich der Herausforderung stellten, die fehlende bezahlte Arbeitskraft durch ungezählte Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit (z.B. Vor- sowie Nachbereitung und Betreuung von Veranstaltungen, Weiterführung der kostenlosen Freizeitangebote im Bereich Theater, Bühnenumbauarbeiten und Einlass für Konzerte, Wartung von Instrumenten und Technik u.a.) zu kompensieren.

Das Frühjahr 2012 – erneut droht der Rotstift

Im Frühjahr 2012, hatte sich die Arbeit im Werk9 und die Zusammenarbeit mit den Partnern gerade normalisiert. Der Verein suchte, nach einem Wechsel im Vorstand, nach neuen Wegen und Strategien, etwa durch Umschichtung von Bezügen, die Spendenbereitschaft von Förderern und Sponsoren zu erhöhen, aber auch durch Charity-Veranstaltungen andere Menschen vom Erhalt der Jugendeinrichtung profitieren zu lassen und damit gleichzeitig die soziale Verantwortung der Jugendlichen zu stärken (ein Beispiel hierfür ist  etwa das Theater-Projekt  “eine Weihnachtsgeschichte”, welches mit der “Aktion Deutschland hilft” im Dezember 2011 fast 600 Euro zur Bekämpfung der Hungersnot in Ostafrika sammelte).

Da erhielt das Werk9 vom Bezirksamt eine neue Hiobsbotschaft:
Für den Haushalt 2012/13 sollten erneut fast 700.000 Euro in der Kinder- und Jugendförderung in Mitte eingespart werden. Das Bezirksamt hatte sich darum entschieden, neben der Streichung mehrerer Sozialpädagog*innenstellen an Schulstationen im Zentrum der Hauptstadt, zwei Einrichtungen zum 30.06.2012 vollständig zu schließen, darunter das Werk9.

Mit einer Schließung des Hauses im 18. Jahr seines Bestehens hätte das Bezirksamt gerade einmal 50.000 Euro eingespart. Dafür hätten 200 Kinder und Jugendliche vor allem aus Mitte, Tiergarten und Wedding ihren Freiraum zur Selbstverwirklichung und das Zentrum Berlins einen einzigartigen Standort für Kultur- und Nachwuchsförderung verloren. Für die Jugendlichen des Werk9 und ihren Verein stand fest, dass sie dies nicht einfach tatenlos hinnehmen würden. Die jungen Menschen hatten durch die krea(k)tiven Proteste, mit denen sie 2009 die Schließung ihres Hauses hatten verhindern und zahlreiche Unterstützer vor Ort hatten gewinnen können, erfahren, dass man als eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige Persönlichkeit durch verantwortungsvolles Handeln etwas bewegen kann. Der Verein wandte sich an die Presse, rief eine Petition ins Leben, organisierte gemeinsame musikalische Proteste vor dem Bezirksamt-Mitte und solidarisierte sich mit den anderen von den geplanten Sparmaßnahmen betroffenen Jugendhäusern im Großbezirk-Mitte. Denn Soziales Engagement sowie Jugendförderung sind bedeutsame gesellschaftliche Aufgaben und dürfen nicht länger als eine willkommene Sparmaßnahme betrachtet werden, nur weil damit kein materieller Profit zu erwirtschaften ist. Der gesellschaftliche Profit, der aus der Förderung der Jugendlichen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten erwächst, ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

Indem die Jugendlichen durch ihr Engagement im Verein und ihre farbenfrohen Proteste erneut Fürsprecher im Bezirk und den Fraktionen gefunden haben, sind nochmals Mittel zur Verfügung gestellt worden, die den Erhalt ihres “Werk9” bis zum Ende des Jahres sicherten. Der Verein “Werk9 rockt e.V.” bemüht sich intensiv, durch Öffentlichkeitsarbeit, Akquise von Spenden und Unterstützung von Förderern und Sponsoren den Fortbestand dieser einzigartigen Einrichtung und seiner Projekte zu sichern und ist für jede Form von Unterstützung offen und dankbar.

2012 wurden auch die Medien auf den Protest der Werk9-Jugendlichen aufmerksam.