Unser aktuelles Projekt: Flatten the Curve – ein Live-Hörspiel

Alle reden über Corona. Alle wollen, dass es vorbei geht. Aber es hat gerade erst angefangen. Schaltet man den Fernseher an – es gibt Menschen, die tun das noch – oder klickt sich durch Youtube, wird eins klar: SARS-Cov-2 ist ein Virus, aber die Berichterstattung darüber ist es auch.

In unserem Live-Hörspielprojekt, an dem wir gegenwärtig via Online-Videochat arbeiten, geben 10 junge Menschen verschiedenen Fernsehprogrammen ihre Stimme und kreieren live die passenden Sounds: Von der Kochshow, in der nicht mehr Kohl- sondern Klorouladen hergestellt werden, bis zur Liveschalte in den Hubschrauber, von Heute-Journal über Beautytipps zur Pandemie, Dauerwerbesendung, Comedy, Actionfilm. – Die Zuschauer*innen haben, als „Fernsehpublikum“ die Wahl.

Die Idee zu unserem “Dec(progr)ameron” fußt auf Giovanni Boccaccios “Decameron”, einer Novellensammlung aus dem Mittelalter. Einleitend beschreibt der Autor, der selbst Augenzeuge der Geschehnisse war, die Auswirkungen der Pest in der italienischen Stadt Florenz. Die Umstände sind schrecklich und vernichten den Alltag der Menschen, der eigentlich auf Hilfe und Solidarität baut. Da aber jede(r) Angst ums Leben hat, lassen die Menschen ihre Nächsten allein. 10 junge Menschen fliehen aus der Stadt und begeben sich auf dem Land in selbst gewählte 10-tägige Quarantäne.

2019 – Ich war 19

In ihrem 100sten Lebensjahr stirbt Helga Bernhardt (1919-2019). Ihr letzter Wunsch: Ihre Beerdigung soll keine Trauerfeier, sondern ein Fest des Lebens sein. So hat sie es im November 1938, im Alter von 19 Jahren, ihrer Todkranken Zwillingsschwester versprochen. In Rückblicken reisen die jungen DarstellerInnen mit ihren Zuschauerinnen durch die letzten 100 Jahre und begegnen 19jährigen und ihren Erinnerungen: Novemberprogrome, 2. Weltkrieg, Mauerbau, Mauerfall.
Ein Stück voller Geschichte und Geschichten, das Generationen verbindet und ins Gespräch bringt. Nicht nur während der Produktion sondern hoffentlich auch nach den Vorstellungen.

2019! Ein Jahr zum Innehalten, zum Zurückschauen. 80 Jahre Beginn des 2. Weltkriegs, 50 Jahre Mondlandung, 30 Jahre Mauerfall. Die Querstreicher haben dieses Jahr ebenfalls der Erinnerung verschrieben und Erinnerungen aufgeschrieben. Daraus ist das Stück “Ich war 19” entstanden.

Alle Vorstellungen: 09. November 2019 (Premiere) | 10. November 2019 | 16. November 2019 | 17. November 2019 | 15. Februar 2020 und 16. Februar 2020, jeweils 19:00 Uhr.

2018 – Besuch der Alten Dame

Güllen (Mark), eine Kleinstadt im Landkreis Uckerpfalz. Idyllisch! Die Güllener sind ein nettes, wertkonservatives Völkchen, haben Humor (#zotige_herrenwitze) & sind offen gegenüber Fremden – sofern sie das nötige Kleingeld in die verblühende Heimat bringen. Als Claire Z. das beschauliche Kaff besucht, brechen alte Wunden auf & der Traum vom vollautomatischen Rasenmäher erscheint plötzlich zum Greifen nahe. Gerechtigkeit kann man nicht kaufen? Man kann alles kaufen! Wer ist schuld? Alle. Außer ich.

Friedrich Dürrenmatts groteskes Spiel über verschlissene Ideale, die Macht des Geldes & eine Milliardärin, die noch eine Rechnung offen hat, inszeniert von Laura-Sophia Schulz und Wolf Koschwitz.

ALLE VORSTELLUNGEN: 17. November 2018, 19 Uhr (Premiere) | 24. November 2018, 19 Uhr | 25. November 2018, 19 Uhr | 1. Dezember 2018, 19 Uhr | 2. Dezember 2018, 19 Uhr

2017 – Faust, vom Teufel geholt

„Mein Pathos brächte dich gewiss zum Lachen,“ grinst Mephisto während des Prologs im Himmel den HERRN an, „hättst du dir nicht das Lachen abgewöhnt.“ – Ja, die aktuelle Weltlage scheint eher zum Weinen Anlass zu geben. Den Bösen [Teufel] sind die Menschen los, aber „die Bösen sind geblieben“.

Ein großer Romancier des 19. Jahrhunderts drückte es einmal so aus: „Was für eine Tragödie ist doch diese menschliche Komödie und wie sehr würde ich darüber weinen, wenn ich mir nicht fest vorgenommen hätte darüber zu lachen.“

Ein Gedanke von zeitloser Aktualität. Klassiker sind Klassiker, weil Werk und Autor jeder Gegenwart, so auch der Heutigen, etwas so sagen, als sei es eigens ihr gesagt. Nicht bloß Goethes Gelehrtentragödie „Faust“, sondern auch Jacques Futrelles Gelehrtenkomödie „The Thinking Machine“ können von sich behaupten auf diese klassische Weise zeitlos zu sein, wenngleich Goethe unsterblich und Futrelle beinahe vergessen ist.

In „Faust. Vom Teufel geholt“ (Spielleitung: Anja Kaschub | Musikalische Leitung: Wolf Koschwitz) verschmelzen beide Werke zu einem anregenden Theaterabend. Es darf gegrübelt aber auch gelacht werden.

Alle Vorstellungen: Fr. 05. Januar 2018 (Premiere) | So, 07. Januar 2018 19:00 Uhr | Sa. 13. Januar 2018 | So. 14. Januar 2018 | Sa. 27. Januar 2018 und So. 28. Januar 2018, jeweils 19:00 Uhr.

2016 – Leonce und Lena

Leonce ist ein Praktikumsverweigerer & Teilzeit-Faulenzer. Dabei hat sein Vater, der König vom Reiche Popo, Großes mit ihm vor. Tagträumen gehört nicht dazu! Leonce bleibt nur die Flucht. Und auch Lena, die Prinzessin aus dem Reiche Pipi, hat die Nase gestrichen voll. Sie muss raus, an die frische Luft, fliehen – bevor die Wände auf sie fallen.

Mit Live-Musik, Spielfreude & Wortwitz begleiten wir eine Prinzessin und einen Prinzen des 21. Jahrhunderts auf ihrer Sinnsuche: Was werden sie finden außer Liebe, Macht & Arbeit?

Alle Vorstellungen: Sa. 12. November 2016 (Premiere)| So. 13. November 2016 | So. 20. November 2016 | Sa. 26. November 2016 | So. 27. November 2016, jeweils 19:00 Uhr

2015 – Der Geizige

Verrückte Typen, verknallte Pärchen & ein verschrobener Patriarch in Badeschlappen! Die Querstreicher zeigen „Der Geizige“ nach Molière, inszeniert von Wolf Koschwitz.

Alle Vorstellungen: Sa, 10.10.2015 (Premiere) |
So, 11.10.2015 | Sa, 17.10.2015 | So, 18.10.2015 jeweils 19:00 Uhr

2014 – Welttheater

Berlin im Frühjahr 1933: in Max Reinhardts Deutschem Theater findet die Premiere von Hugo von Hofmannsthals „Großem Welttheater“. Wiederholt hat der große Regisseur sein Ensemble aus das eingeschworen, woran er noch immer glaubt: „Wir sind keine Politiker, ich für mein Teil bin es gewiß nicht. Ich bin nichts als ein Theatermann. Mein Leben gehört ganz jener zauberhaften Welt, die der Mensch geschaffen hat, nach seinem Ebenbild. Die Welt empfängt ihr Licht, Wärme und Leben von der Wirklichkeit, aber sie ist ein Planet für sich und dreht sich um ihre eigene Achse, nach eigenen Gesetzen.“

Wie sehr zu diesem Zeitpunkt die Wirklichkeit bereits dunkle Schatten auf das Kunstgestirn wirft ist den Schauspielern jedoch klar: zwei Tage zuvor ist der Reichstag abgebrannt und Reichskanzler Adolf Hitler hat daraufhin mit dem Notverordnungsparagraphen die Verfassung der Weimarer Republik außer Kraft gesetzt. Reinhardt ist Jude. Die Premiere ist gleichzeitig seine Abschiedsvorstellung denn er muss aus Deutschland fliehen und er ist nicht der einzige in der Garderobe des Deutschen Theaters – dem Handlungsort des Stückes – der an diesem Abend an Flucht aber auch an Widerstand denkt.

Beklommen lauschen Sie jenen im Ohr der Nachwelt ahnungsvoll-prophetisch klingenden Versen des Bettlers: „Der Weltstand muß dahin, neu werden muß die Welt, und sollte sie zuvor in einem Flammenmeer und einer blutigen Sintflut untertauchen.“ Andere im Ensemble wittern in der Machtübernahme langersehnte Aufstiegschancen. Wut und Resignation liegen an diesem Aschermittwoch über der Vorstellung, wie der schwarze Rauch über der Hauptstadt. Doch: the show must go on.

Ensemble: Max Reinhardt, der Weltberühmte Regisseur des DT –  Cihan Büyükari | Sophie Weißhaupt, Darstellerin der Weisheit – Selen Ericok | Emma Regenthal, Darstellerin der Schönheit – Lara Wehlan | Samuel Grünwald, Darsteller des Bettlers – Elias Weber | Otto Haller, Darsteller des Reichen – Till Hartig | Dorothy Parker, Theaterkritikerin von internationalem Renommee – Mara Tegtmeier | Herr von Danneberg, Kapellmeister Wolf Koschwitz | Gitarrist – Micha Strahl | Fagottist – Max Müller | Heinrich Schneider, Statist – Fabian Nowak | Frl. Semmele, Souffleuse – Eve Mahn | Friederike, Kostümbildnerin – Jasmin Zamani | Mechthild, Maskenbildnerin – Mathilde Röhr | Rolf, Bühnenarbeiter – Simon Lubig | Wilhelm Rittner, Feuerwehrmann – Jochen Taeschner

Produktionsteam: Spielleitung/ Stück: Anja Wagner | Musikalische Leitung/ Komposition: Wolf Koschwitz | Produktionsleitung: Norbert West (Werk9) | Grafik/ Layout: Regina Tyllack | Bühnenbild: Shanti Strauch; Anja Wagner  | Lichttechnik: Annette Schulze

Alle Vorstellungen: Sa, 21. Juni 2014 | So, 22. Juni 2014 | Di, 24. Juni 2014 | Sa, 06. September 2014 | So, 07. September 2014 | Sa, 28. Februar 2015 | So, 01. März 2015, jeweils 19:00 Uhr

Zerstörte Vielfalt

Mit einem Themenjahr unter diesem Schlagwort hat die Kulturhauptstadt Berlin im 2013 Stellung bezogen zum 80. Jahrestag der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht 1938. Der Vielfalt des Lebens in der Weltstadt und dessen Zerstörung im Nationalsozialismus wurde mit zahlreichen Aktivitäten gedacht, zu denen etliche Berliner Institutionen wie Museen, Gedenkstätten, Archive, Universitäten, Kirchen, die Jüdische Gemeinde, der Landesverband der Sinti und Roma, die Geschichtsinitiativen und Kultureinrichtungen der Stadt und viele mehr ihren Teil beitrugen.

Mitten in Berlin bringt die Jugendtheatergruppe Querstreicher am kommenden Wochenende ein Nachspiel zum Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“ auf die Bühne und gedenkt damit gleichzeitig eines weiteren Jahrestages: 2013 jährte sich das Geburts- und Sterbejahr des großen Theatermannes Max Reinhardt zum 140. bzw. 70. Mal.

2011 – eine Weihnachtsgeschichte

Eine Weihnachtsgeschichte – 2011 und 2012 haben die jugendlichen Darsteller*innen mit unseren Vorstellungen über 500 € Spenden für die Aktion Deutschland hilft gesammelt.

Ebenezer Scrooge ist, wie sein Name schon sagt, ein Geizhals wie er im Buche steht. Die Querstreicher haben sich in diesem Jahr daran gemacht, jenen missgünstigen und mitleidlosen Helden aus Charles Dickens weltbekannter “Weihnachtsgeschichte” aus eben jenem Buch auszuschneiden und ihm auf der Bühne Leben einzuhauchen. Sein Lebensmotto “Wenn jeder nur an sich denkt, ist an jeden gedacht!” verkehrt sich während der eineinhalbstündigen Aufführung durch die Konfrontation des hartherzigen Geldverleihers mit dem Elend und der Not seiner Schuldner zu der Einsicht, dass “nur der Liebe ernten wird, der nicht vergisst zu säen.”

Diese Einsicht geben die jugendlichen Darstellern ihrem Publikum nicht als moralischen Fingerzeig, sondern als warmherziges Lied, lachenden Auges und freudigen Herzens mit auf den Weg. Denn wie der Vater jenes “Weihnachtsliedes”, jener “Christmas-Charol” bereits wusste: “Es gibt wohl keine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor.”

Das Ensemble: Ebenezer Scrooge – Peter Stephan | Fred, sein Neffe – Elias Weber | Hannah, dessen Frau – Lara Wehlan (2012) / Johanna Braun (2011) | Geist der Vergangenen Weihnachten: Jasmin Zamani / Geist der Gegenwärtigen Weihnachten: Cihan Büyükari / Jacob Marley – Axel Stöcker (2012) / Kevin Patzke (2011) / Bob Cratchit – Philipp Liske / Mrs. Cratchit – Eve Mahn (2012) / Lisa Alexander (2011) | Belinda Cratchit – Celina Schmidt | Peter Cratchit – Till Hartig | Tiny Tim, Cratchits Jüngster – Marie Thimm | Susann Welfare – Anja Wagner | Mr. Fezziwig, – Wolf Koschwitz | Mrs. Dismissive, – Julia Meier | Miss Bale – Madeleine Thomele (2012) / Azyadé Belakdhar (2011) | Miss Meekness/Boon: Christin Froy (2012) | Marie-Lena (2011)

Das Produktionsteam: Textfassung/ Regie: Anja Wagner | Produktionsleitung: Norbert West | Musikalische Leitung: Wolf Koschwitz | Ausstattung: Julia Meier| Fotographie: Madeleine Thomele | Grafik/ Layout: Regina Tyllack | Lichttechnik: Annette Schulze | | Komposition: Wolf Koschwitz | Libretto: Anja Wagner

Die Band: Klavier, Schlagzeug – Wolf Koschwitz | Gitarre, Schlagzeug – Micha Strahl | Fagott – Max Müller | Cello – Sarah Westharp | Schlagzeug – Fabian Nowak

Alle Vorstellungstermine: Sa, 26. Nov. 2011, 19:30 Uhr | So, 27. Nov. 2011, 16:00 Uhr | Sa, 03. Dez. 2011, 19:30 Uhr | So, 04. Dez. 2011, 16:00 Uhr | Sa, 10. Dez. 2011, 19:30 Uhr | So, 11. Dez. 2011, 16:00 Uhr | Sa, 01. Dez. 2012, 19:00 Uhr | So, 02. Dez. 2012, 19:00 Uhr | Sa,15. Dez. 2012, 19:00 Uhr | Sonntag, 16. Dez. 2012, 16:00 Uhr